Schwendisee
Schwendisee & Gräppelensee: Bergsee-Baden im Toggenburg ohne Menschenmassen

Zwei Bergseen, eine Postkarten-Kulisse und keine Menschenmassen: Warum der Schwendisee und der Gräppelensee der schönste Weg sind, einen Sommertag im Toggenburg langsamer zu machen.
Manche Orte muss man sich verdienen, andere schenken sich einem einfach. Die beiden Bergseen oberhalb von Alt St. Johann gehören zur zweiten Sorte. Der Schwendisee liegt so nah am Dorf, dass man fast schon zufällig hineinstolpert. Der Gräppelensee dagegen liegt ein bisschen versteckter, eingebettet in Alpweiden am Fuss des Lütispitz, dessen Grat sich im stillen Wasser spiegelt. Beide sind das, was wir am Toggenburg am meisten lieben: unaufgeregt, echt, und schön ohne sich dafür anzustrengen.
Wer schon einmal an einem heissen Julitag am Ufer eines Appenzeller Sees stand und sich zwischen Reisecars und Selfie-Schlangen ein Fleckchen gesucht hat, versteht schnell, warum wir hier von Hidden Switzerland sprechen. Der Schwendisee und der Gräppelensee bieten dieselbe Postkarten-Kulisse, nur eben ohne die Menschenmassen.
Das Schöne daran: Bei uns beginnt dieser Sommertag ganz entspannt. Louisa’s Loft und die Gallery liegen mitten in Alt St. Johann im historischen SutterSport-Haus an der Hauptstrasse 36, und von hier aus sind beide Bergseen ein kurzer Ausflug mit dem Auto. Ein Kaffee am Morgen, die Wanderschuhe und die Badesachen eingepackt, und schon geht es los. Kein langes Anfahren, keine Stunden im Zug. Man macht die Tür hinter sich zu und ist rasch am Wasser.
Der Schwendisee: Baden mit Blick auf die Churfirsten
Der Schwendisee ist eigentlich ein Doppel: der Vordere und der Hintere Schwendisee liegen nur einen Steinwurf auseinander, oberhalb von Unterwasser und Wildhaus im Gebiet Schwendi (rund 1159 m). Was diesen Bergsee zum Toggenburger Sommer-Liebling macht, ist seine Zugänglichkeit. Von Alt St. Johann fährt man in wenigen Minuten mit dem Auto hinauf nach Schwendi, und schon steht man am Wasser, keine stundenlange Wanderung nötig. Baden ist im vorderen Schwendisee erlaubt: Es gibt einen Holzsteg und ein Floss, Grillstellen am Ufer und ein Restaurant direkt am See. Genau die Art von Ausflug, die sich mit kleinen Kindern nicht wie eine Expedition anfühlt.
Das Wasser ist ein Moorsee, also eher dunkel und im Hochsommer angenehm warm, wärmer, als man es einem Bergsee zutrauen würde. Wer den Sprung ins Kühle sucht, findet ihn. Wer lieber die Füsse baumeln lässt und den Blick über das Wasser zu den Churfirsten schweifen lässt, ist hier ebenso richtig. Rundherum gibt es Wiesen zum Ausbreiten der Picknickdecke, und die ganze Szenerie hat etwas herrlich Entschleunigtes. Man kommt an, atmet einmal tief durch, und der Alltag ist plötzlich sehr weit weg.
Für alle, die das Baden im Bergsee im Toggenburg zum ersten Mal ausprobieren: Ein kleines Frottiertuch mehr einpacken lohnt sich, und feste Schuhe für den Uferweg sind angenehmer als Flip-Flops. Ein kleiner Hinweis noch: Das Baden geschieht auf eigene Gefahr, der Grund ist moorig-weich, und es gibt keinen bewachten Badebetrieb. Ansonsten braucht es nicht viel. Der Schwendisee belohnt gerade die, die mit wenig kommen.

Der Gräppelensee: der stille Bruder
Etwas mehr Weg braucht der Gräppelensee, ein Flachmoor auf rund 1307 m am Fuss des Lütispitz. Er ist der ruhigere, verwunschenere der beiden. Mit dem Auto fährt man Richtung Parkplatz Laui (gebührenpflichtig), und von dort sind es rund eine Stunde zu Fuss bis zum See. Umgeben von Alpweiden wirkt er wie aus einem alten Bilderbuch, vor allem am frühen Morgen, wenn der Nebel noch über dem Wasser hängt und die Kuhglocken aus der Ferne läuten.
Der Gräppelensee belohnt den kleinen Aufstieg mit viel Ruhe. Baden ist möglich, am Nordufer gibt es einen Steg, und am Ostufer laden Grillstellen zur Rast. Auch hier gilt: Slow Travel im besten Sinn. Nichts muss, alles darf. Man kann die Beine ins Wasser hängen, den Libellen zuschauen und sich fragen, warum man das nicht viel öfter tut.

Foto: Toggenburg Tourismus
Beide Seen zusammen ergeben einen perfekten Sommertag im Toggenburg. Morgens die Stille am Gräppelensee, nachmittags ein Bad im Schwendisee. Oder umgekehrt. Es gibt kein falsches Programm, nur verschiedene Arten, langsamer zu werden.
Und das Schönste: Nach einem Tag am Wasser sind es nur wenige Minuten zurück ins historische SutterSport-Haus in Alt St. Johann. In Louisa’s Loft oder der Gallery angekommen, lässt sich der sonnenwarme Tag mit einem Glas Wein auf dem Sofa ausklingen, Berge vor dem Fenster, Ruhe im Haus, und morgen wartet schon der nächste stille Sommertag im Toggenburg.
