Herbst Toggenburg

Herbst im Toggenburg: goldene Wälder, klare Luft und stille Wandertage

Herbst im Toggenburg: goldene Wälder, klare Luft und stille Wandertage

Herbst im Toggenburg heisst goldene Wälder, klare Luft und leere Wege. Warum die stille Jahreszeit die schönste ist, mit Alpabzug, Bergseen und Fondue zum Schluss.

Es gibt Jahreszeiten, die machen viel Lärm um sich. Und dann gibt es den Herbst im Toggenburg. Er kommt leise, färbt die Wälder über Nacht in Gold und Kupfer, macht die Luft klar und die Wege still. Der grosse Sommertrubel ist vorbei, die Reisecars sind weitergezogen, und übrig bleibt genau das, weshalb wir dieses Tal so lieben: Ruhe, weite Sicht und Zeit, die plötzlich langsamer geht. Wenn wir eine Jahreszeit empfehlen dürften, um Alt St. Johann zum ersten Mal zu erleben, es wäre diese hier.

Man spricht oft von Hidden Switzerland, wenn man vom Toggenburg erzählt: schön wie das Appenzell, nur eben stiller. Im Herbst stimmt dieser Satz noch ein bisschen mehr. Wer schon einmal im goldenen Oktoberlicht über eine leere Wiese am Fuss der Churfirsten gelaufen ist, während in der Ferne die Kuhglocken läuten, versteht schnell, was gemeint ist.

Die Stimmung: Gold, klare Luft und der Alpabzug

Der Herbst im Toggenburg beginnt mit den Farben. Die Laubwälder entlang der jungen Thur werden warm und leuchtend, und die Lärchen an den Berghängen färben sich in dieses unverwechselbare Altgold, bevor die Nadeln fallen. Dazu kommt diese klare, kühle Luft, die man im Herbst so selten woanders findet. Morgens liegt vielleicht etwas Nebel im Tal, und dann bricht die Sonne durch und die ganze Landschaft glänzt.

Was den Herbst hier besonders macht, ist eine alte Tradition: der Alpabzug (oder die Alpabfahrt). Wenn der Sommer auf den Alpen zu Ende geht, kommen die Kühe zurück ins Tal, festlich geschmückt mit Blumen und den grossen Glocken, begleitet von den Bauernfamilien. Es ist kein Spektakel für Touristen, sondern gelebtes Brauchtum. Die genauen Tage hängen vom Wetter und vom Vieh ab, darum lässt sich schwer ein Datum nennen. Aber wer im Herbst hier ist und Glück hat, erlebt in einem der Dörfer ein Stück Ostschweiz, das echt und unverstellt ist.

Und das Schöne: Man muss nichts dafür planen. Die Stimmung ist einfach da, auf dem Weg zum Bäcker, beim Kaffee auf dem Balkon, beim Spaziergang am frühen Morgen.

Viehschau in Alt St. Johann im Herbst, Kinder in Toggenburger Tracht begleiten die geschmückten Kühe

Foto: Toggenburg Tourismus

Sanft unterwegs: Flusswege, Bergseen und ein letzter Gipfel

Der Herbst ist nicht die Jahreszeit der grossen Anstrengung, sondern der ruhigen Wege. Von Alt St. Johann aus lässt sich vieles direkt vor der Haustür erwandern. Ein Spaziergang entlang der jungen Thur ist der einfachste Einstieg, der Fluss ist hier oben noch schmal und lebendig, und die Wald- und Wiesenwege am Ufer sind im Herbst fast menschenleer. Genau das richtige Tempo, um den Kopf frei zu bekommen.

Wer weiter hinaus möchte, findet die Bergseen der Umgebung im Herbst besonders still. Ehrlich gesagt: Für die schönsten von ihnen braucht man das Auto, sie liegen etwas höher und abseits. Aber der kleine Aufwand lohnt sich, das Herbstlicht auf dem dunklen Wasser, die gespiegelten Berge, kaum ein Mensch am Ufer. Vor der Kulisse der Churfirsten und des Schafbergs bekommt jeder Herbstspaziergang etwas Feierliches.

Und für alle, die es noch einmal hoch hinaus zieht: Solange die Bergbahnen laufen, meist etwa bis in den späten Oktober, ist auch eine grössere Wanderung gut möglich. Ein letzter klarer Gipfeltag, bevor es Winter wird, mit Fernsicht über das ganze Tal. Danach macht das Tal langsam zu, und die stille Jahreszeit beginnt für uns erst richtig.

Heimkommen: Fondue, Whirlpool und die Ruhe der Nebensaison

Das Schönste am Herbst ist vielleicht das Nachhausekommen. Wenn die Luft draussen kühl wird und die Wangen von der Wanderung rot sind, ist ein warmes Zuhause plötzlich das grösste Glück. In Louisa’s Loft und der Gallery gehört zur voll ausgestatteten Küche ein Fondue- und Raclette-Set, und es gibt kaum etwas Passenderes für einen Herbstabend als den Duft von geschmolzenem Käse, während draussen die ersten Sterne aufgehen.

Und dann ist da noch der private Whirlpool unter freiem Himmel. Im Herbst entfaltet er seinen ganzen Zauber: das warme Wasser, die kühle, klare Nachtluft auf der Haut, über einem der Sternenhimmel, den man in der Stadt so nie sieht. Ab etwa 20 Uhr wird es hier ganz ruhig, und diese Ruhe ist im Herbst kein Zufall, sondern das Wesen der Jahreszeit.

Genau das ist es, was eine Reise in der Nebensaison ausmacht: mehr Platz, mehr Stille, mehr Zeit für sich. Alt St. Johann liegt nur rund eine Stunde von Zürich entfernt, Bus und Laden sind zwei Minuten zu Fuss, und trotzdem fühlt es sich an, als wäre der Alltag weit weg.

Ob du zu zweit anreist oder mit der ganzen Familie und dem Hund (unser Lou freut sich immer über Besuch): Louisa’s Loft für bis zu fünf Gäste und die Gallery für bis zu sechs sind ein warmer Ausgangspunkt für goldene, stille Herbsttage. Draussen die Farben, drinnen das Fondue, und über allem diese wunderbare Ruhe. Der Herbst im Toggenburg wartet nicht auf einen. Er ist einfach da, sobald du die Tür hinter dir schliesst.