Saxerlücke

Saxerlücke wandern: die schönste Alpstein-Wanderung mit Fälensee und Bollenwees

Saxerlücke wandern: die schönste Alpstein-Wanderung mit Fälensee und Bollenwees

Foto: Staubern

Senkrechte Felsplatten, ein fast schwarzer Bergsee und ein Rösti mit Seeblick: Die Saxerlücke ist einer der spektakulärsten Orte im Alpstein, und von Alt St. Johann aus wunderbar erreichbar.

Es gibt Orte, an denen man kurz stehen bleibt und einfach still wird. Die Saxerlücke ist so einer. Wer den Grat entlangwandert und plötzlich vor diesem schmalen Felsentor steht, hinter dem die Platten der Kreuzberge fast senkrecht in den Himmel schneiden, versteht sofort, warum diese Ecke des Alpsteins zu den meistfotografierten der Schweiz gehört. Und das Schöne: Man teilt sie hier oben mit deutlich weniger Menschen als anderswo.

Für uns ist die Saxerlücke der Inbegriff von «Hidden Switzerland», die Landschaft ist so grandios wie im benachbarten Appenzell, nur eine Spur wilder, stiller und ehrlicher. Von Alt St. Johann und dem Toggenburg aus liegt der Alpstein praktisch vor der Haustür.

Und genau das ist einer der Gründe, warum wir Alt St. Johann so lieben. Wer bei uns im Stay with Louisa übernachtet, in Louisa’s Loft oder Louisa’s Gallery, im historischen SutterSport-Haus an der Hauptstrasse 36, hat den Alpstein sozusagen gleich um die Ecke. Die ÖV-Haltestelle liegt zwei Minuten zu Fuss entfernt, und von dort ist man mit Bus und Bahn gut unterwegs; für die Saxerlücke fährt man mit dem Auto ab Alt St. Johann über Wildhaus ins St. Galler Rheintal nach Frümsen, rund eine halbe Stunde. So kann der Wandertag ganz entspannt direkt vor unserer Haustür beginnen, Kaffee auf, Rucksack geschnürt, los.

Die Bergstation der Staubernbahn mit Solarpaneelen auf dem Dach, im Hintergrund der markante Felsturm

Foto: Staubern

Die Saxerlücke wandern: was diese Route so besonders macht

Die Saxerlücke ist ein natürlicher Felseinschnitt auf rund 1650 Metern. Hier stossen die schroffen Kreuzberge zusammen, deren Wände mehrere hundert Meter fast senkrecht ins St. Galler Rheintal abfallen. Man steht auf einem schmalen Grat zwischen zwei Welten: hinter sich der weite Alpstein mit seinen sanften Alpweiden, vor sich der jähe Absturz ins Tal. Dieser Kontrast macht den Ort so unvergesslich.

Ausgangspunkt ist die Staubernbahn, die Luftseilbahn von Frümsen hinauf nach Staubern. Sie wurde frisch umgebaut und ist die weltweit erste solarbetriebene, energie- und umweltneutrale Luftseilbahn, für uns ein schöneres, stimmigeres Erlebnis als der Hohe Kasten. Die Fahrt dauert rund acht Minuten, Tickets gibt es nur vor Ort. Von der Bergstation beim Berggasthaus Staubern (rund 1750 m) wandert man dem Grat entlang, über den Furgglenfirst, zur Saxerlücke. Man wandert dabei durch Millionen Jahre Erdgeschichte, die aufgefalteten Gesteinsschichten liegen hier offen wie ein Buch. Der Blick reicht bei klarem Wetter weit: hinüber zu Altmann und Säntis im Westen, ins St. Galler Rheintal und bis zum Bodensee.

Der Höhenweg selbst ist gut ausgebaut und technisch überschaubar (etwa T2). Wer hingegen von der Saxerlücke steil hinab ins Rheintal oder auf der anderen Seite zum Sämtisersee absteigt, sollte Trittsicherheit und eine gute Kondition mitbringen. Feste Bergschuhe sind hier kein Luxus, sondern Pflicht.

Der schmale Grat zur Saxerlücke, dahinter ragen die Felstürme der Kreuzberge fast senkrecht in den Himmel

Fälensee und Bollenwees: der stille Höhepunkt

Wer von der Saxerlücke ins Alpstein-Innere hinabsteigt, wird mit einem der schönsten Bergseen des Alpsteins belohnt: dem Fälensee. Eingeklemmt zwischen den steil aufragenden Flanken der Widderalpstöcke, des Hundsteins und der Kreuzberge, liegt sein fast schwarzes Wasser da wie ein Fjord in den Alpen. Je nach Licht spiegeln sich die Felswände darin, und die Stille ist beinahe greifbar.

Direkt am See, auf rund 1471 Metern, steht das Berggasthaus Bollenwees. Von seiner Sonnenterrasse blickt man über den Fälensee, und geniesst dazu die berühmte Rösti, die in dieser Höhe fast schon obligatorisch ist. Hinter dem Gasthaus führt zudem ein Pfad zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den See von oben sieht. Ein Moment, für den sich der ganze Aufstieg lohnt.

Bis weit in den Sommer bleibt der schattige Hang oft noch von Schneeresten gesprenkelt, während gegenüber am Sonnenhang Enziane und Alpen-Vergissmeinnicht blühen. Slow Travel in Reinform: nicht hetzen, sondern schauen, riechen, verweilen.

Für wen ist die Tour geeignet?

Ganz ehrlich: Die Saxerlücke ist kein Spaziergang. Es ist eine richtige Bergwanderung mit Höhenmetern, ausgesetzten Passagen und langen Etappen, je nach Variante gut ein halber bis ganzer Tag. Ideal ist sie für geübte Wandererinnen und Wanderer mit Trittsicherheit und Ausdauer. Wer es gemütlicher mag, kann das Berggasthaus Bollenwees und den Fälensee auch auf einfacheren Wegen von Brülisau aus erreichen, ohne den steilen Grat.

Die beste Zeit liegt ungefähr zwischen Juni und Oktober, wenn die Wege schneefrei und die Bergbahnen in Betrieb sind. Nimm genügend Wasser mit, prüfe vorab das Wetter und starte früh. Dann hast du die spektakulärsten Aussichtspunkte oft noch fast für dich allein. Von Alt St. Johann aus ist ein früher Start besonders einfach: Direkt ab unserer Unterkunft geht es mit ÖV oder Auto zügig Richtung Ausgangspunkt, und der kleine Lebensmittelladen zwei Minuten nebenan sorgt am Vorabend noch schnell für den Proviant.

Wer nach so einem Tag in den Bergen wieder ins Tal kommt, weiss ein ruhiges Zuhause zu schätzen. Genau dafür haben wir Louisa’s Loft und Gallery im historischen SutterSport-Haus in Alt St. Johann eingerichtet: müde Beine hochlegen, den Kopf voller Felsbilder, und am nächsten Morgen entscheiden, welches Stück Toggenburg als Nächstes dran ist.